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Beispiel-Prozessbeschreibungen

Ausgearbeitete Beispiele der Dokumente, die ein CRA-Audit sehen will — so geschrieben, wie ein kleiner Hersteller sie tatsächlich schreiben würde.

Wie die Dokumente zusammenhängen

Der Satz ist geschichtet: Die Prozesse oben legen fest, was geschehen muss, die Richtlinien darunter fixieren die Regeln einmal für das ganze Unternehmen, und alles weiter unten ist ein Nachweis, der beim Befolgen entsteht. Die Pfeile sind die Querverweise der Dokumente selbst — wählen Sie ein Dokument, um zu sehen, worauf es aufbaut und was auf ihm aufbaut.

Hier beginnen: die ProzesseUnternehmensweite Richtlinien und StandardsUnterstützende Register und VorlagenVorentwicklung je Produkt (SensorNode S300)Release- und KonformitätsnachweiseSDL-PROC-001CRA-Aligned SoftwareDevelopment…SDL-PROC-004V-Model SecureDevelopment…PSM-PROC-002Vulnerability HandlingProcessPSM-PROC-003Vulnerability Handling —Detailed…SDL-POL-001Security DevelopmentLifecycle…SDL-POL-005Third-Party &Open-Source…SDL-STD-022Support Period &Security…SDL-STD-034Default CredentialPolicySDL-STD-020Secure Coding StandardSDL-STD-021SDL Tailoring RulesSDL-STD-025Release Signing & KeyManagementCON-CLS-007Supplier Security ClauseSetPSM-LST-001Product & SupportRegisterSDL-TMP-010Risk Assessment Method &TemplateSDL-TMP-011Threat Modeling Method &TemplateQM-ORG-003Role Matrix & DeputiesLEG-LST-002Software LicenceWhitelistREG-REC-020CRA ProductClassification…REG-REC-021Conformity AssessmentRoute…SEC-RA-S300Product Risk Assessment(v0.1,…SEC-TM-S300Threat Model (STRIDE,pre-development)ENG-REC-031EOL Check: Tools andDependenciesENG-REC-032Storage EncryptionFeasibility…ENG-DES-033Minimal Attack-SurfaceDesign…SDL-CHK-030Secure-by-DefaultRelease…SDL-REC-002Internal SDL ConformityReviewREG-REC-019EU AuthorisedRepresentative…
Verweist aufWird referenziert vonWählen Sie ein Dokument, um seine Verweise zu verfolgen.

SDL-PROC-001

CRA-Aligned Software Development Process

Fünf Phasen und vier Gates: jede CRA-Pflicht abgebildet auf eine Aktivität, eine verantwortliche Rolle und den Nachweis, den sie erzeugt — samt Traceability-Tabelle, die zeigt, was noch nicht abgedeckt ist.

Verweist auf (12)

Wird referenziert von (9)

Konventionen für Dokument-IDs

Jedes Dokument trägt eine ID, und sie zitieren einander darüber — das macht den Satz als Ganzes lesbar. Das Schema ist ACMEs eigene Dokumentenlenkung; der CRA schreibt den Inhalt der technischen Dokumentation vor, nicht deren Nummerierung.

DOMAIN–TYPE–NUMBERSDL-STD-022 · REG-REC-020 · SEC-RA-S300

Domäne — welches Managementsystem zuständig ist

SDL
Secure Development Lifecycle — wie Produkte entstehen
PSM
Product Security Management — Schwachstellenbehandlung und Betreuung nach dem Release
SEC
Sicherheitsartefakte für genau ein Produkt
ENG
Engineering-Nachweise und Entscheidungen aus der Entwicklung
REG
Regulatorische Festlegungen — Einstufung, Konformitätsroute, Bevollmächtigter
QM
Qualitätsmanagement — Organisation und Rollen
CON
Verträge und Einkauf
LEG
Recht

Typ — um welche Art Dokument es sich handelt

POL
Policy — verbindliche Regeln, keine Schritte
PROC
Prozess — geordnete Schritte mit Rollen und Gates
STD
Standard — technische Regeln, die einzuhalten sind
TMP
Methode und Vorlage — wie ein Dokument entsteht, samt Blankoformular
CHK
Checkliste — je Release ausgefüllt
REC
Nachweis — Beleg, dass etwas zu einem Datum geschehen ist
LST
Register — lebende Daten, laufend aktualisiert
ORG
Organisationsmatrix — Rollen und Vertretungen
CLS
Klauselwerk — Vertragstext für Lieferanten
RA · TM · DES
Risikobewertung, Bedrohungsmodell, Designdokument — die produktbezogenen Artefakte

Nummern, Produkte und Revisionen

  • Nummern werden je Domäne vergeben, in Blöcken nach Typ; die Lücken sind ACMEs Dokumente, die hier nicht veröffentlicht sind. Erst die vollständige ID identifiziert ein Dokument, nicht die Nummer allein.
  • Produktartefakte enden auf den Produktcode statt auf eine Nummer — SEC-RA-S300 ist die Risikobewertung für den SensorNode S300, weil es je Produktlinie genau eine gibt. Ihr Lebenszyklus steckt in der Version: v0.1 ist die Basislinie vor der Entwicklung, v1.0 die Release-Fassung, und jede Version wird aufbewahrt, weil v0.1 selbst Teil der technischen Dokumentation nach Anhang VII ist.
  • Die Revision verrät, wie sich ein Dokument verhält: Rev. 1.0 ist ein gelenktes Dokument, dessen Änderungen freigegebene Ereignisse sind, ein lebendes Register trägt eine ganzzahlige Revision, und ein Jahresnachweis wird neu ausgestellt statt überarbeitet.

Vollständige, realistische Dokumente eines fiktiven Herstellers mit 45 Beschäftigten. Jedes hat eine eigene Seite, sodass Sie es aus TRA Studio heraus verlinken können.

Hier beginnen: die Prozesse

Der Entwicklungsprozess von Anfang bis Ende — einmal als CRA-Phasen- und Gate-Plan, einmal als V-Modell nach IEC 62443-4-1 — dazu die Schwachstellenbehandlung, die über den gesamten Unterstützungszeitraum läuft. Jedes weitere Dokument unten ist ein Nachweis, den einer von ihnen erzeugt.

SDL-PROC-001

CRA-Aligned Software Development Process

Fünf Phasen und vier Gates: jede CRA-Pflicht abgebildet auf eine Aktivität, eine verantwortliche Rolle und den Nachweis, den sie erzeugt — samt Traceability-Tabelle, die zeigt, was noch nicht abgedeckt ist.

SDL-PROC-004

V-Model Secure Development Process

Dieselben Pflichten als V gezeichnet, entlang der Praktiken aus IEC 62443-4-1: vier Spezifikationsebenen abwärts, vier Verifikationsebenen aufwärts, jede mit dem Test benannt, der sie schließt — mit Diagramm, Gate-Kriterien und den Delta-Regeln dafür, wann eine Änderung Sie den linken Ast wieder hinunterzwingt.

PSM-PROC-002

Vulnerability Handling Process

Eingangskanäle mit Reaktionszeiten, CVSS-basierte Behebungsklassen und der Meldeweg nach Art. 14 — wo die 24-Stunden-Uhr bei plausiblen Hinweisen anläuft, nicht erst bei fertiger Analyse.

PSM-PROC-003

Vulnerability Handling — Detailed Operating Procedure

Die Schritt-für-Schritt-Fassung von PSM-PROC-002: die Fähigkeiten, die vorhanden sein müssen, bevor die erste Meldung eintrifft, dann jeder Schritt vom Eingang bis nach dem Release, mit Ergebnis und dem Nachweis, der aufbewahrt wird.

Unternehmensweite Richtlinien und Standards

Einmal geschrieben, von jedem Produktdossier referenziert.

SDL-POL-001

Security Development Lifecycle Policy

Der unternehmensweite SDL, auf den jedes Produktdossier verweist: sechs Phasen, Rollen, risikobasiertes Tailoring und Regeln für sichere Voreinstellungen.

SDL-POL-005

Third-Party & Open-Source Component Policy

Komponenten wie Lieferanten behandelt: K.-o.-Kriterien bei der Auswahl, Freigabeprozess und die Pflichten, die über den gesamten Unterstützungszeitraum laufen.

SDL-STD-022

Support Period & Security Update Policy

Sieben Jahre für die Industrielinien, Sicherheitsupdates kostenlos und getrennt von Funktionen, signierte und rollback-geschützte Auslieferung — und was am Ende des Supports geschuldet ist.

SDL-STD-034

Default Credential Policy

Keine universellen Standardpasswörter: Zugangsdaten je Gerät oder erzwungene Einrichtung beim ersten Gebrauch — und was das der Fertigungslinie abverlangt.

SDL-STD-020

Secure Coding Standard

Eine MISRA-Teilmenge mit echtem Abweichungsverfahren, verbotene Konstrukte durch die Pipeline statt durch Erinnerung durchgesetzt, Secret-Scanning über die Branch-Historie — und ein Briefing für Reviewer sicherheitsrelevanter Änderungen.

SDL-STD-021

SDL Tailoring Rules

Wie viel Prozess welcher Release-Typ bekommt, entschieden vor Entwicklungsbeginn — dazu die kurze Liste, die nie tailorbar ist, und die fünf Fragen, die entscheiden, ob eine Änderung eine wesentliche Veränderung ist.

SDL-STD-025

Release Signing & Key Management

Die Schlüsselhierarchie, Vier-Augen-Signatur ohne Notfall-Umgehung, und warum der zweite Prüfslot auf dem Gerät über den Unterschied zwischen Rückholung per Funk und Rückruf entscheidet.

CON-CLS-007

Supplier Security Clause Set

Die Vertragsklauseln, die eine zugekaufte Komponente über das ganze Produktleben betreubar halten: 72-Stunden-Schwachstellenmeldung, Patch-Frist mit Datum, 24 Monate EOL-Vorlauf, SBOM je Release und ein Escrow, das Sie tatsächlich auslösen können.

Unterstützende Register und Vorlagen

Die Dokumente, auf die die Richtlinien verweisen — dort stehen die Skalen, Fristen und Listen tatsächlich.

PSM-LST-001

Product & Support Register

Welche Produkte je Hardwarerevision noch unterstützt werden und welche Firmware-Zweige noch Fixes erhalten — die Nachschlagequelle, mit der jede Triage beginnt, und der Nachweis dessen, was Sie vor Jahren veröffentlicht haben.

SDL-TMP-010

Risk Assessment Method & Template

Verankerte 4×4-Skalen, die Schwellen, die darüber entscheiden, ob ein Risiko eine Designmaßnahme oder einen Absatz bekommt, und die Versionsregel, die belegt, dass die Bewertung vor dem Design-Freeze lag.

SDL-TMP-011

Threat Modeling Method & Template

STRIDE je Element auf einem Datenflussdiagramm, mit einer Hardware-Entwicklerin im Raum — denn bei eingebetteten Produkten sind die interessanten Funde meist physisch, und jede Bedrohungszeile muss in einer Anforderung enden.

QM-ORG-003

Role Matrix & Deputies

Wer welche Rolle innehat, wer vertritt und welche Kombinationen verboten sind — das Dokument, das jede Vier-Augen-Regel anderswo auch dann ausführbar macht, wenn jemand im Urlaub ist.

LEG-LST-002

Software Licence Whitelist

Ja, Rechtsabteilung fragen oder nein — in fünf Minuten, im Moment der Komponentenauswahl. Einschließlich der Frage, warum LGPL und signierte, statisch gelinkte Firmware in direktem Widerspruch stehen.

Vorentwicklung je Produkt (SensorNode S300)

Die Entscheidungen und Bewertungen, die ein Hersteller dokumentieren muss, bevor die Architektur eingefroren wird.

REG-REC-020

CRA Product Classification Determination

Ein Produkt geprüft gegen Anhang III und Anhang IV, mit der Begründung je Kategorie und dem Auslöser für eine erneute Bewertung.

REG-REC-021

Conformity Assessment Route Decision

Warum Modul A greift, was es verpflichtend macht — und der Rückfallplan über eine notifizierte Stelle samt Vorlaufzeiten.

SEC-RA-S300

Product Risk Assessment (v0.1, pre-development)

Die Risiko-Basislinie vor der Entwicklung, die die Hardwareauswahl einschränkt — und die Regel, dass jede Version aufbewahrt wird.

SEC-TM-S300

Threat Model (STRIDE, pre-development)

Dokumentierte Methodik, Vertrauensgrenzen, Inventar der Angriffsfläche, Bedrohungsakteure und die daraus abgeleiteten Anforderungen.

ENG-REC-031

EOL Check: Tools and Dependencies

Jede Komponente geprüft gegen den Horizont des Unterstützungszeitraums, mit Auflagen, Migrationsrhythmus und einem K.-o.-Fall.

ENG-REC-032

Storage Encryption Feasibility (Data at Rest)

Ein gemessener Vergleich zweier MCUs gegen eine grundlegende Anforderung — und der Nachweis, der die teurere Hardware noch vor dem Layout erzwingt.

ENG-DES-033

Minimal Attack-Surface Design Plan

Schnittstelle für Schnittstelle früh entschieden: entfernen oder deaktivieren — samt Folgen für Mechanik und Fertigung.

Release- und Konformitätsnachweise

Die Nachweise, die je Release und je Jahr entstehen.

SDL-CHK-030

Secure-by-Default Release Checklist

Eine ausgefüllte Release-Gate-Checkliste gegen die Werksvoreinstellung, samt dokumentierter Abweichung und Risikoakzeptanz.

SDL-REC-002

Internal SDL Conformity Review

Der Jahresnachweis, der Prozesskonformität ohne externes Zertifikat belegt, samt Aufbau eines Konformitätsdossiers je Release.

REG-REC-019

EU Authorised Representative (Art. 19)

Eine Anwendbarkeitsfeststellung für einen in der EU ansässigen Hersteller und ein schriftliches Mandat für den Fall außerhalb der EU.

Die Beispieldokumente und Projektpläne sind bewusst nur auf Englisch veröffentlicht: Sie sind Vorlagen zum Übernehmen, und eine Übersetzung wäre nicht die Fassung, mit der Sie am Ende arbeiten.

Fiktives Beispiel. Die ACME Embedded GmbH, ihre Produkte, Nachweise und Dokument-IDs sind zur Veranschaulichung erfunden. Nutzen Sie das als strukturelles Vorbild, nicht als unverändert zu übernehmende Vorlage — und nicht als Rechtsberatung.